Doppelter Schauspiel-Nachwuchs bei Unter uns

Ute (Isabell Hertel) versucht den aufgewühlten Conor (Moritz Bäckerling) aufzufangen.

Sie heißen beide mit Vornamen Moritz und steigen nahezu zeitgleich in die erfolgreiche tägliche Vorabendserie „Unter uns“ ein: Moritz Bäckerling aus Dortmund und Moritz von Zeddelmann aus Hamburg sind ab 6.12. bzw. 11.12.2017 in mehrmonatigen Gastrollen zu sehen.

Moritz Bäckerling (18, bekannt aus der Nickelodeon-Serie „Spotlight“) spielt Utes und Tills ältesten Sohn Conor Weigel, der seine verzweifelte Mutter in der Schillerallee besucht, um ihr seelischen Beistand zu geben, als Ute ihre jüngste Tochter Maja weggenommen wird. Conor lebt eigentlich in Spanien für seinen Traum, einmal ein erfolgreicher Fußballspieler zu werden.

Moritz von Zeddelmann (29, bekannt u. a. als Robbie Schulz aus der ARD-Serie „Unter Gaunern“ und dem britischen Kinofilm „51 Degrees North“) spielt Hauke „The Hawk“ König, ein aufstrebender Footballspieler, der auf Männer steht, sich aber wegen seiner Karriere in der amerikanischen NFL nicht outen möchte – nicht mal vor seinen Freunden. Beim Online-Dating verliebt er sich in Easy. Damit ihre heimliche Beziehung nicht auffliegt, kommt Kay-C mit der perfekten Lösung um die Ecke.

Und wie es sich für „Unter uns“ gehört, sind bei beiden Geschichten die Konflikte vorprogrammiert. Wir stellen die beiden Schauspieler vor.

Interview mit Moritz Bäckerling

Was war dein coolstes Erlebnis am Set von „Unter uns“?
Mein lustigstes Erlebnis am ‚Unter Uns‘-Set war, als ich mehrere Szenen mit dem kleinen Finn hatte, der Conors Halbbruder Noah Weigel spielt. Wir beiden haben uns direkt ziemlich gut verstanden, und waren gegen Ende auch ein gutes Team. Immerhin waren wir ja auch ‚Brüder‘.Er ist ein sehr lustiger und aufgeweckter Kerl, was die Atmosphäre am Set sehr aufgelockert hat, und unter uns anderen Schauspielern gab es eine Art ‚Teamwork‘, Finn bei Laune zu halten. Der Moment, wo wir alle dann vor Lachen nicht mehr konnten, war, wie er mit ausgestreckter Zunge auf mich zu rannte, ich ihn fragte, was er denn vorhat und er nur sagte: „Ich leck dich jetzt ab“. Er hat auf jeden Fall das Talent, aus allem eine lustige Situation zu zaubern.

Deine Rollen-Familie bei UU hat extrem dramatische Verhältnisse – wie sieht’s im Vergleich dazu bei dir privat aus?
Ich fand es ehrlich gesagt gar nicht so schlimm, mal in eine sehr dramenbehaftete Groß-Familie reinzuschauen. Bei mir zu Hause lebe ich nämlich nur gemeinsam mit meiner Mama, zu der ich ein sehr gutes Verhältnis habe, und meiner Katze, unter einem Dach. Da ist Frieden praktisch vorprogrammiert.

Spielst du selber auch Fußball, wie Conor?
Fußballbegeistert bin ich selber nicht, auch wenn ich früher mal ein paar Wochen bei den ‚Minikickern‘ war. Irgendwie liegt das Fußballfieber meiner Familie nicht so im Blut. Ich gehe lieber selber eine Runde um den Block laufen, anstatt mir ein Spiel anzusehen.

Du bist viel in Social Media unterwegs – wieviel Zeit investierst du dafür pro Woche?
Da Social-Media hobbybedingt mittlerweile einen sehr großen Teil meines Lebens einnimmt, bin ich dort auch viel unterwegs. Ich poste auf meinem Instagram-Account (@moritzbaeckerling) fast täglich Bilder, und gehe dafür ca. einmal im Monat mit ’nem Kumpel Bilder shooten, und muss diese natürlich auch noch bearbeiten. Am meisten Zeit kosten jedoch meine YouTube-Videos, welche mir aber besonders Spaß machen zu produzieren. Auf meinem Kanal (Abgedreht TV) kommen wöchentlich 2 Videos online, in denen durchschnittlich zwischen 6 und 12 Stunden Arbeit stecken (mit Konzept, Dreh und Schnitt). Am liebsten drehe ich meine Musikvideos und nehme die Songs dafür auf. Dafür fahre ich immer nach Bonn ins Tonstudio, wo ich im Januar im Rahmen einer etwas größeren Musikproduktion sehr viel Zeit verbringen werde. Pro Woche kommen also gut und gerne zwischen 10 und 30 Arbeitsstunden alleine durch meine Social-Media Aktivitäten zustande. Wobei es sich für mich weniger wie Arbeit anfühlt, als vielmehr danach, meinem Traum ein Stück näher zu kommen.

Interview mit Moritz von Zeddelmann

Was war dein coolstes Erlebnis am Set von „Unter uns“?
Es gab natürlich viele schöne Erlebnisse, aber da wäre definitiv unser Silvesterdreh zu erwähnen, bei dem es viel Pyrotechnik gab und ein paar schöne kollektive Lacher im Team. Außerdem waren wir bis spät in die Nacht mit den Kollegen im Studio, was das schöne Gefühl von Klassenfahrt gab.

Wie hast du dich mit Lars Steinhöfel verstanden?
Mit Lars habe ich mich beim Casting schon großartig verstanden. Er ist ein unglaublich liebenswürdiger Mensch, der mich sofort an die Hand genommen und mir mit allen Dingen, die das Leben in den Studios anbelangt, zur Seite gestanden hat. Dazu ist er ein großartiger Kollege, mit dem man sich sicher sein kann, dass jede Szene besser wird als sie geschrieben steht. Er ist ein richtiger „Streber“, was die Arbeit anbelangt und dazu kann man mit ihm privat auch einen Heidenspaß haben. Wir haben sehr viel gelacht.

Deine Rolle Hauke „The Hawk“ spielt in der NFL – bist du selber auch so sportlich?
Ich habe immer schon viel Sport gemacht, über 10 Jahre lang Kampfsport und Akrobatik, viel Tanz in der Schauspielausbildung. Ich habe sogar ein wenig Football in der Highschool gespielt, was mir sehr bei der Rollenvorbereitung für Hauke geholfen hat. Seit der Geburt meiner Tochter hatte ich allerdings wenig Zeit für den Sport, und da hat mir die Rolle einen schönen Grund gegeben, wieder fit zu werden.

Die Story von Hauke könnte auch im wahren Leben so passiert sein. Wie würdest du das selber handhaben? Wie wichtig ist dir selber Ehrlichkeit?
Ich glaube tatsächlich, dass ich die Umstände ähnlich handhaben würde wie er. Ich denke, dass Beruf und Privatleben strikt getrennt sein sollten, und wenn jemand gut Football spielt, oder irgendetwas besonders gut kann, dann sollten sexuelle Orientierung, Religion oder ähnliches dem nicht im Weg stehen. Für mich hat Ehrlichkeit im eigentlichen Sinne nichts mit diesem Dilemma zu tun. Aus Eigensinnigkeit zu lügen finde ich natürlich blöd. Wenn jemand aber Informationen über sich zurück hält, nur um sich zu schützen, dann ist das für meine Begriffe gerechtfertigt und die Schuld liegt bei denjenigen, vor denen man sich zu schützen versucht. Glücklicherweise muss ich nicht unter denselben Umständen leben wie Hauke.